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Freiluftchorproben

Freiluftchorproben
Freiluftchorproben
© Mechthild Roth

Freiluftchorproben

Freiluftchorproben

des Kath Kirchenchor Cäcilia Kirchort St Peter Hadamar - Niederzeuzheim

Am 13. März hätte niemand gedacht, dass wir uns für 4 ½ Monate nicht mehr wiedersehen.

 

Freiluftchorproben

Der 13. März schien zunächst wie ein normaler Freitag, der Kirchenchor probt jeden Freitag sein Repertoire. Ostern steht bevor und der Gottesdienst soll musikalisch untermalt werden.

Innerhalb weniger Stunden ändert sich die Lage drastisch und es entstehen Auflagen unter denen ein Probenbetrieb nicht mehr möglich ist. Natürlich zum Schutz der Gesundheut von Allen! Alle denken, wenn wir uns an die Regeln halten, haben wir es schnell überstanden. Es vergehen Wochen um Wochen und man sieht keine Möglichkeit mehr einen normalen Probenbetrieb aufzunehmen.

Was kann man tun?

Über Videochat nehmen vermehrt die Sängerinnen und Sänger an Einzelstimmbildung teil. Sie nutzen die Zeit, wo man nicht live singen kann, um ihre Stimme besser kennen zu lernen. So entdeckt ein Sopran, dass auch sie eine Kopfstimme hat, ein Mezzo, dass sie viel lauter singen kann als gedacht und ein Bass entwickelt sich auf einmal zum Tenor. Außerdem trifft man sich über Zoom zu einem Videochat-Treffen mit den Chormitgliedern. Man hat sich lange nicht gesehen und endlich kann man sich gegenseitige sehen, fragen wie es einem geht und zusammen vor dem Computer ein Wein trinken. Das ist schön. Man fragt, wie es einem geht, ob man Hilfe braucht. Man sorgt sich um die anderen. Aber irgendetwas fehlt dann doch.

Einfach anfangen!

Singen über den Computer ist entspannt. Man kann es leichter im Alltag einplanen, die Bedienung ist leicht, denn wenn man den Chorleiter nicht mehr sehen will, drückt man einfach den Ausschalter. Aber das gemeinsame Singen fehlt dann doch.

„Hier singen lebendige Menschen, ob gut oder schlecht, Hauptsache, sie singen live. Schließlich geht es nicht darum, in Endlosschlaufe den perfekten Resultaten moderner Tontechnik zu lauschen, sondern darum, dass bei einer Vorstellung der Funke der Leidenschaft überspringt.“ (Donna Leon)

Das ist es eben, das Live-Erlebnis. Das prickeln, wenn man wartet, ob der Sopran die Höhen der Töne erklimmt, wenn der Bass die Wände mitvibrieren lässt, wenn Tenor und Alt in der Harmonik miteinander verschmelzen. Aber auch die Gemeinschaft, die harte Probenarbeit, wenn man sich freut ein neues Stück erlernt zu haben. Wenn man zusammen schwitzt während der Sommerzeit bei den Chorproben mit 35°C oder im Winter vor dem Probenlokal wartet, weil noch nicht aufgeschlossen wurde. All das gehört dazu und macht das Ganze so schön.

Mit vorgegebenem Abstand wieder singen!

Nach 4 ½ Monaten können wir nun endlich wieder die Proben aufnehmen. Die Bedingungen sind nicht ideal… Freiluftchorproben, wo man über 2 Meter Abstand zueinander halten muss, man hört sich kaum, hat Monate nicht zusammen gesungen und sitzt Freitagabends bei 30°C im Schatten und singt gemeinsam. Nach der Probe Stille… „war das schön" hört man die ersten Murmeln, alle sind geschwitzt, gehen jedoch mit einem Lächeln nach Hause. Das ist es, warum wir wieder singen wollen, deshalb proben wir unter minimalen Bedingungen. „Man singt nur mit dem Herzen gut!“ (Prof. Thomas Heyer) und das ist es, warum der Kirchenchor sich bemüht, um auch dieses Jahr den Kirmesgottesdienst musikalisch nicht in bekannter Weise, sondern einmal ganz anders unter den Abstandsregeln mitzugestalten. Man darf sich also freuen!

Maximilian Schmitt

Chorleiter

© Mechthild Roth
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